Ich habe ja vor 2 Wochen ein neues Zimmer bezogen, und weil die Wohnung, beziehungsweise das Haus drum herum auch neu, oder vielmehr renoviert ist, gibt’s hin und wieder noch kleine Reparaturen zu erledigen. Und aus diesem Grund liegt in unserer Küche dieses Allzwecktool herum, mit dem ich irgendwann in den letzten Tagen herum gespielt habe. War ja fast abzusehen, was dabei rauskommt. Peter Saville hat eben doch recht gehabt.
IceToolz-Alphabet, alle Zeichen
Die größere Version mit 3500×4000 Pixeln gibts hier für alle, denen das 1MB wert ist.
raketentim, 19. November 2008
Toll, über welche Dinge man manchmal mitten in der Nacht bei delicious stolpern kann – das Starwars-ABC von tweedlebob. Vielleicht schau ich jetzt öfter mal bei seinem Blog rein.
raketentim, 20. Oktober 2008
Simple Idee, großartiges Ergebnis, die Garamond Powerline von Daniel Adolph. Gefunden bei visual evasion.



raketentim, 17. Oktober 2008
Das erste, was Schulkinder im Deutschunterricht lernen, sind 26 Groß- und 26 Kleinbuchstaben. 52 Symbole, die es ihnen ermöglichen sollen, Texte zu dechiffrieren. Bradbury Thompson stellte 1950 ein Redesign des Alphabets vor, das nur 26 Buchstaben enthielt. Grundlage für dieses typografische Redesign war die Überlegung, dass gegenwärtig 2 Alphabete verwendet werden, das der Groß- und das der Kleinbuchstaben. Diese beiden Alphabete bestehen aus insgesamt 45 Symbolen. Diese mathematisch unlogische Summe ergibt sich aus dem Fakt, dass 7 der Buchstaben das gleiche Zeichen für Majuskel und Minuskel verwenden (c,o,s,v,w,x,z) und die 19 restlichen unterschiedliche.

Als er seinem Sohn beim lesen zusah, bemerkte er, dass dieser problemlos den Satz „Run Pal.“ lesen konnte, aber über den darauf folgenden Satz „See him run.“ stolperte. Das erklärte er sich damit, dass der Buchstabe „R“ im ersten Satz ein vollkommen anderer ist, als der im zweiten, „r“.
Thompson sah eine Möglichkeit, dieses Problem zu beheben, in der effizienten, konstanten Lösung durch das Kombinieren der besten Groß- und Kleinbuchstaben zu einem vereinfachten Alphabet, dem Alphabet 26. Ich habe auf dem Titelbild dieses Beitrags versucht, die Fontin, die ich hier im Blog nutze, an das Konzept von Thompson anzupassen. Das typografische Auge sollte nicht zu genau hinschauen und sich ruhig ein bisschen zukneifen. Neben den 7 ohnehin ähnlichen Zeichen (blau) wurden die Kleinbuchstaben a,e,m und n (grün) sowie die Großbuchstaben B, D, F, G, H, I, J, K, L, P,Q, R, T, U und Y (grau) in den Alphabet 26-Kader gewählt.
Der einfache, pragmatische Charakter, der dem Alphabet eine unverkennbare Ästhetik verleiht, hat mehrere Schriftgestalter dazu bewegt, weitere Schriften zu entwickeln, die auf diesem Konzept basieren. Neben Filosofia Unicase von Emigre ist die LTC Bodoni 26, spätestens, seit sie eine der Top 100 Types of All Time ist, sicher die Bekannteste:

Während Fonts, die strikt der Idee des Alphabet 26 folgen, zwangsläufig Ähnlichkeiten zu Capitalis-Schriften aufweisen, gibt es auch hier eine Schrift, die man in dem Kontext vielleicht als Pendant zur Karolingischen Minuskel bezeichnen kann – FontFonts FF Disturbance, mit Ober- und Unterlängen sowie Ligaturen.
Für diese Link-Dropperei könnte mir Fontshop eigentlich einen Gutschein schenken, aber ich glaube die haben momentan wichtigeres zu tun. Einige weitere Links zum Thema gibt es bei dieser Typophile-Diskussion und Manfred Kleins Freefont Mono Alphabet möchte ich zum Schluss auch noch erwähnen.
raketentim, 29. Mai 2008