Fan-Filme sind oft komisch. Irgendwie. Manchmal ist das gewollt, manchmal wird es halt hingenommen. Dass das nicht zwangsläufig so sein muss, erklärt die Regisseurin Kate Madison dem Gardian im Bezug auf ihren Film „Born of Hope“ mit einem wunderschönen englischen Akzent.
Born of Hope ist für einen Fan-Film außergewöhnlich aufwendig produziert und spielt vor der Ring-Kriegerei, wenn ich das richtig verstanden habe. So hundert Prozent stecke ich da nicht drin. Das muss man aber auch nicht, um den 60-minütigen Film gut zu finden. Anschauen kann man ihn auf bornofhope.com.
Nachdem ich nun seit einem Monat in New York bin, sollte auch endlich mal entsprechender Inhalt kommen, wenn auch noch nicht direkt von mir.
„The Sandpit“ ist ein sehr schöner Kurzfilm von Sam O’Hare. Visuell erinnert er durch den Tilt-Shift-Spielzeug-Character an das Projekt Keith Loutit’s ‚Little Sydney‘, zeigt aber – statt einem Jahr Sydney – einen Tag New York. Der Miniatur-Effekt wirkt bei der großen Stadt irgendwie noch dramatischer. Das HD-Video und technisches Gedöhns gibt es auf dem Aero-Film-Blog.
OK Go haben wieder ein großartiges Video veröffentlicht, das ich mir heute gleich mehrmals anschauen musste. Wired hat auch noch die Making Of Filmchen eingebunden.
Rube Goldberg Maschinen werden einfach nie langweilig. 1987 haben Peter Fischli und David Weiss mit Der Lauf der Dinge eine Kettenreaktion ausgelöst, die weitaus länger anhält, als der ohnehin schon lange 30-Minuten-Film. Man hat fast das Gefühl, dass es jedes Jahr eine neue gibt. Vor einigen Jahren gab es „The Cog“ von Honda:
Und selbst in Musikvideos sind schon andere Bands vor OK Go auf die Idee gekommen, Kettenreaktionen zu filmen, auch wenn „An Honest Mistake“ von The Bravery sich vielleicht eher am Domino Day orientiert hat:
raketentim, 03. März 2010
Infractor von Stefanie Elsholz, Martin Schissler und Tillmann Dierichs
Till hat mir heute das Projekt Infractor geschickt und es ist sehr cool:
Infractor ist eine interaktive, künstlerische Anwendung, die für einen Multitouch-Tisch entwickelt wurde. Als Grundlage wurden Daten der New York Times Online verwendet. Mittels physischer Objekte, die auf die interaktive Oberfläche gelegt werden, können die Daten spielerisch gesucht, gefiltert und gelesen werden.
Entwickelt und gestaltet wurde Infractor von Stefanie Elsholz, Martin Schissler und Tillmann Dierichs – eine Gruppe von Studenten der Fachhochschule Potsdam.
Infractor steht metaphorisch für Licht und dessen Brechung durch Prismen. Die damit verbundenen Interaktionen werden verwendet um Artikel zu recherchieren, zu filtern und anzuzeigen. Über physische Objekte aus Plexiglas wird mit dem Tisch interagiert. Jedes Objekt wird entsprechend seiner Funktion durch eine eigene Interaktionsform verwendet.
Auf dem leeren Tisch sind zunächst alle verfügbaren Artikel ungeordnet in Form von Partikeln vorhanden. Jeder Partikel beinhaltet Informationen wie Überschrift, den Artikeltext und weitere Medien wie Bilder oder Videos. Diese Informationen sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht sichtbar.
Um die losen Daten zu bündeln, wird ein Quellobjekt an einer beliebigen Stelle auf den Tisch platziert. Das Objekt nimmt nun alle Partikel auf und gibt sie in Form eines Strahls wieder aus. Innerhalb dieses Strahls bewegen sich die Partikel ungeordnet. Um sie zu filtern und näher selektieren zu können wird mit Hilfe der Prismen der Strahl weiter aufgeteilt. Durch Reglerobjekte wurden den Prismen Werte zugewiesen, die dann thematisch dazugehörige Artikel ausgeben. Jedes Reglerobjekt besitzt bestimmte Werte einer Kategorie, z. B. Personen oder Länder. Wird ein solcher Regler in die Nähe eines Prismas geschoben, erscheint ein Menü. Durch Drehen des Reglers lassen sich verschiedene Werte aus einer Kategorie, z.B. Kategorie: Person; Wert: Obama auswählen. Der ausgewählte Wert wird dem Strahl zugewiesen.
Ein weiteres Objekt, das Magnet, dient dazu, mehr Informationen zu sehen, oder sich den Artikel anzeigen zu lassen. Wird er auf den Strahl gestellt, stauen sich alle Partikel und es werden weniger Partikel am Ende durchgelassen. Auf Grund der verringerten Menge an Daten, steigt der sichtbare Informationsgehalt eines Partikels. Die Überschriften werden für den User sichtbar und er kann konkreter entscheiden welche Artikel für ihn interessant sein könnten. Um einen Artikel zu lesen, wird der Magnet an den Strahl gelegt. Dadurch wird ein Partikel angezogen und der Artikel wird sichtbar. Der Nutzer kann den Artikel heranziehen und lesen. Wird der Magnet vom Tisch entfernt wird, verschwindet der Artikel wieder.
Wird jedoch die falsche Seite des Objekts an den Strahl gehalten, werden die Partikel abgestoßen. Diese Funktion dient dazu, dem Nutzer die Funktionsweise dieses Objekts spielerisch nahe zu bringen.
Das simple und logische Konzept dieser Anwendung lässt sich durch den User sehr schnell und spielerisch erlernen. Er kann mit anderen Personen gemeinsam am Tisch arbeiten und nach Informationen recherchieren. Der erste Eindruck von Infractor lässt nicht direkt auf ein Tool zur Recherche von Nachrichten schließen, doch genau darin liegt der Reiz dieser Anwendung.
Technologie
Die Anwendung greift auf die API der New York Times zu, die alle Daten von 1985 bis heute zur Verfügung stellt. Das Projekt wurde vollständig in Java realisiert. Für das Tracking der Objekte konnte die reacTIVision-Software verwendet werden.
Der interaktive Tisch, den wir für unser Projekt nutzen konnten, wurde von Studenten und Mitarbeitern der Fachhochschule Potsdam für die mæve-Installation entwickelt.