Bomb the Bass Again

Bomb the Bass hatte 1987 mit Beat Dis seinen ersten großen Hit. Damals war ich 7 Jahre alt und ich wäre ein Lügner, wenn ich sagen würde, dass ich davon ernsthaft etwas mitbekommen hätte. Ich kann also eigentlich erst ab Mitte der Neunziger mitreden, als die Glanzzeit von Bomb the Bass mit der 1995 veröffentlichten Single Sandcastles schon so gut wie vorbei war. 2001 erschien noch die EP „Tracks“, zu der aber keine Single ausgekoppelt wurde.

Wer Bomb the Bass allerdings (wie ich) tot glaubte, wird sich wahrscheinlich spätestens nach der Single „Butterfinger“ des ersten Albums nach 14 Jahren, Future Chaos, freuen, dass er, mit Unterstützung von Fujiya & Miyagi, zurück – oder immer noch da ist. Nach eigener Einschätzung von Bomb the Bass ist die Platte sehr puristisch. Aussagen wie „If there could possibly be such a thing as electronica unplugged, then Future Chaos might be it“ und “ I wanted it to be as simple and direct as possible“ lassen erahnen, was man erwarten kann und ich freue mich darauf zu hören was Tim Simenon aus dem Minimoog gezaubert tat. Das großartige Video zu „Butterfinger“ (ich liebe den Pitch/ Modulation Joystick!), das von Perish Factory produziert wurde, passt jedenfalls perfekt zum minimalistischen Stil und weckt in mir das Verlangen nach mehr.

raketentim, 24. Mai 2008

Hercules and Love Affair

Eine Sache, die ich an New York liebe ist, dass ich wieder öfter zu Konzerten gehe. Letzten Samstag war ich mit Nicole im Studio B bei Hercules and Love Affair (die ich Melt-Gängern hiermit ans Herz lege), die dort ihren ersten Auftritt überhaupt hatten. Der New Yorker DJ Andrew Butler konnte für das Projekt große Musikanten wie Antony Hegarty (Antony and the Johnsons) und Tyler Pope (!!!) gewinnen um einen einmaligen Achziger-Disco-Synthi-House-Blechbläser-Sound zu produzieren, der trotz zahlreicher musikalischer, inhaltlicher und – ja – auch visueller Retrospektiven unglaublich frisch ins Ohr dringt und sich mit jedem Hören besser dort festhält und deshalb eines meiner aktuellen Vielhöralben ist.

Myspace
Webseite (mit gratis mp3)
Wikipedia
Aktuelles Video „Blind“

Originalfoto: mecredis

raketentim, 23. Mai 2008

Yale Graphic Design 2008

Der (und ein politisch korrektes „Die“) eine oder andere hat es sicher schon auf meinen Flickr-Fotos gesehen – ich war letzte Woche bei der Thesis Exhibition der Master-Studenten des Grafik-Design-Studiengangs in Yale, wo es neben Freibier und Knabbereien (erschreckend, wie einfach man mich locken kann) auch noch die Arbeiten von 17 Design-Studenten zu konsumieren gab.

Was für mich anfangs etwas ungewohnt schien, waren die langen Poster-Fahnen, die sich über den Boden der gesamten Ausstellung erstreckten. Ungewohnt und schwierig waren siefür mich deshalb, weil es mir schwer fiel, einfach über die Arbeit anderer zu latschen. Also hab ich anfangs noch mit großen Schritten versucht, die Papier-Barrikaden zu überwinden, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es offenbar zum Ausstellungskonzept gehört und einfach viel zu viel Papier ist, als dass man wirklich eine Chance hätte, nicht drauf zu treten. Inmitten der Posterwege und -wellen gab es Podeste in Sitzhöhe, auf denen die Arbeiten der Studenten lagen.

Im Gegensatz zum Gesamt-Ausstellungskonzept, ist das Projekt „SAVE!“ von Emily Lamed mit dem, in den USA spätestens seit Ophras Green Grocery Bag, um sich greifenden Trend des nachhaltigen Verbrauchens zu vereinen. Sie hat alle 142 Seiten ihres Buches auf die Rückseiten von bereits einseitig bedrucktem Kopierpapier bedruckt und mit einer japanischen Faltung gebunden, was durch das dünne 80g Papier den ästhetisch reizvollen Nebeneffekt hatte, dass Fragmente des ursprünglichen Drucks durchschimmerten. Der zum Buch gehörende Schnittrest-Notiz-Kalender setzt nachhaltig nochmal einen drauf.

Auch die Schrift, die Julian Bittiner für das Ausstellungsposter entworfen hat, finde ich sehr reizvoll. Von dem Poster habe ich übrigens 2 Exemplare übrig. Wer also plant, mich zu besuchen, oder bereit ist, das Porto zu bezahlen, kann gern eins haben.

Trotz der durchweg guten Projekte war ich ein bisschen enttäuscht von der Ausstellung, weil der ganz große Kracher nicht dabei war, oder an mir vorbei gegangen ist, ohne mich zu streifen. Vielleicht lag es auch ein wenig daran, dass die Projekte sehr konzeptionell sind und man, auch wenn man das bei einer Show möglicherweise erwartet, nicht alle Projekte in 3-4 Stunden vermitteln, oder aus der anderen Sicht verstehen kann. Was mich wirklich beeindruckt hat, war, dass ausnahmslos alle Studenten eine Webseite haben:Julian Bittiner, Stina Carlberg, Tomas Celizna, Daniel Harding, Dawn Joseph, Jin-Yeoul Jung, Emily Larned, Lan Lan Liu, Thomas Manning, Ken Meier, Kyungmin Oh
Bethany Powell, Nicholas Rock, Stewart Smith, Fan Wu, David Yun und Roxane Zargham, auch wenn es da teilweise noch nicht wirklich viel zu sehen gibt.

raketentim, 20. Mai 2008

Alles neu macht der Mai

Ich schreibe ja sonst nicht über Redesigns von Webseiten, aber diesmal geht`s um das vom Raketenblog und da möchte ich natürlich ein paar Worte sagen. In den letzten Wochen habe ich viel Zeit damit verbracht, dieses neue Layout zu gestalten, weil ich das alte einfach nicht mehr sehen konnte. Als dann Ende April nach dem unfreiwilligen Serverwechsel verschiedene Funktionen nicht mehr gingen, habe ich nahezu jede freie Minute genutzt, um dieses Theme weiter zu gestalten und zu programmieren, weshalb es in den letzten Tagen auch nur wenige – und wenn – kurze Beiträge gab. Umso mehr freut es mich, dass ich euch nun das Ergebnis präsentieren kann.

Grundidee des neuen Layouts war es, auf den unterschiedlichsten Displays eine gute Figur zu machen. Deshalb gibt es 4 Spalten, die sich je nach Browsergröße unterschiedlich anordnen, sodass man einerseits beim Lesen auf Geräten mit niedriger Auflösung nicht permanent hin und her scrollen muss, andererseits aber bei Monitoren mit hoher Auflösung die komplette Breite genutzt wird, um den Inhalt darzustellen. Wer Firefox oder Opera benutzt, wird sehen, was ich meine, wenn er sein Browser-Fenster verkleinert oder vergrößert (Wer Safari oder Internet Explorer verwendet, wird es auch sehen, muss aber die Seite dafür neu laden, nachdem er sein Fenster verkleinert hat)

Die Blog-Beiträge werden nun in 2 Bereiche aufgeteilt, das Hauptblog und das Sideblog. Ich habe oft kleine Dinge, die ich gern posten würde, dann aber immer denke sie sind zu nichtig, um Ihnen einen ganzen Post zu widmen. Damit ist jetzt Schluss, große Sachen findet man ab jetzt im großen, kleine im kleinen Blog. Außerdem sind die bewährten und beliebten(?) Funktionen wie „Letzte Kommentare“ wieder da. Es gibt aber auch viel neues zu entdecken wie beispielsweise meine aktuellsten Flickr-Fotos und die „Fremdlesen“ Links, wo ihr, auch wenn ich mal wieder länger nichts schreibe, immer zu aktuellen Beiträgen von Design-relevanten Blogs gelangt, die ich gerne lese. Ich will nicht alles verraten, ihr findet sicher früher oder später alle Extras.

Oh ja, nicht zu vergessen – die Werbung. Das wird sicher einige von euch nerven, aber ich möchte in Zukunft gern Überraschungen wie „Ihre Seite ist jetzt auf einem anderen Server, Sie können jetzt versuchen, Ihre Daten zu retten“ vermeiden – und das geht nun mal besser, wenn man etwas mehr Geld zur Verfügung hat und nicht den billigsten Provider nimmt, den man finden kann – kurz: mehr Geld – besseres Blog, deshalb jetzt Werbung.

Es wird in der nächsten Zeit noch einige Änderungen geben über die ich dann im Sideblog informieren kann, aber ab jetzt läuft das auf entspannter Work in Progress-Basis und über Wünsche, Ratschläge und Kritik würde ich mich freuen.

raketentim, 18. Mai 2008

Pratt Show 2008

Pratt ist die einzige Design-Hochschule in New York, die einen Campus hat (und deren Logo mich an Pritt erinnert). Um die Arbeiten der Studierenden zu präsentieren hatte die Schule diesmal das Manhattan Center gemietet und zur Präsentation bei Champagner und Häppchen geladen. Leider hatte ich nicht genug Zeit, mir alles anzuschauen, weil ich einer Freundin an dem Abend noch bei Ihrer Website helfen wollte und so kann ich nur eine kurze Einschätzung der Show liefern.

Geschätzte 100-200 Studenten hatten ihre kleinen Stände aufgebaut, wo sie 2-5 ihrer Arbeiten präsentierten und hofften, dass möglichst viele und vor allem hochwertige der geladenen, Arbeit gebenden Gäste ihre Visitenkarte mitnehmen würden. Geschätzte 600 Projekte waren mir aber einfach viel zu viel, um die Arbeiten entspannt zu betrachten. Schließlich ging die Show nur 3 Stunden. Eher verspannend war auch die Messe-Atmosphäre, mit wenig Platz neben den vielen kleinen Ständen, an denen die Jungdesigner mit dem „Sprich mich ruhig an-Blick“ warteten.

Die Studierenden in den hinteren Bereichen bekamen deshalb in der Regel nur noch ermüdete, einen Sicherheitsabstand haltende Besucher zu sehen. Durch die vielen Pratt-Studenten, die sich bei dem Event tummelten sah es aber eigentlich überall so aus, als wäre was los. Das war fast wie bei einem Hip Hop Konzert auf der Bühne. Einer der Studenten, die ganz hinten standen, war unser taiwanischer Praktikant Po und deshalb will ich jetzt mal seine Arbeit featuren. Es ist ein Erotik-Buch, das auch Schüchterne in der U-Bahn lesen können, weil es von außen aussieht, wie eine abgegriffene Bibel. Die Innengestaltung hat mich zwar nicht wirklich vom Hocker gehauen, aber die Idee mit der abgegriffenen Bibel ist durchaus witzig.

raketentim, 13. Mai 2008

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