Rückblick 2008
Bitte erwartet jetzt keine globale Betrachtung des vergangenen Jahres. Das gibt es ja schon sehr gut auf anderen Seiten wie der Zeit oder – nur in Bildern – bei The Big Picture. Das hier wird mein persönlicher Rückblick, denn da ist 2008 genug passiert.
Der Januar war voller Vorfreude auf New York. Vorfreude und Unsicherheit, denn um so schnell wie möglich mein Praktikum bei Firstborn Multimedia beginnen zu können, hatte ich alle Termine, die für Visum und Reise nötig waren, so eng wie möglich gelegt. Glücklicherweise hatte alles geklappt und ich konnte am 27. Januar in die USA fliegen.
Dank Martin hatte ich in den ersten Tagen eine Bleibe von der aus ich mir ein eigenes Zimmer suchen konnte und dann im hispanischen Teil von Harlem auf der 135ten Strasse fand.
© Rena: Raketentim auf der 135ten
© Raketentim: Der Blick von meinem Dach
© Raketentim: Linie 1, mein Zug nach Hause
New York war großartig! Die Stadt, die Menschen, die Möglichkeiten. Ich habe viele Freunde kennengelernt, viel gesehen und wie Michael Stipe muss ich zugeben, dass die Metropole mich verändert hat. Viele Highlights gab es während meiner 6 Monate in New York. Neben vielen Konzerten und Parties habe ich mir das MIT und die Harvard University in Boston angeschaut. Yale habe ich sogar gesehen, als die Designer ihre Abschlussarbeiten präsentiert haben und bei Firstborn gab es fast jeden Monat eine Veranstaltung. Einmal hatten sie eine Eishalle gemietet, einmal ein Partyzelt beim Pferderennen und ein anderes Mal war eine Party mit Grandmaster Flash an den Turntables am Powerbook. Immer gab es ein offenes Buffet und eine offene Bar. Beeindruckend war auch das Spiel der New York Yankees gegen die San Diego Padres in der zweiten Reihe. Da wurde selbst ich zum Baseball-Fan.
© Raketentim: A-Rod der New York Yankees beim Spiel gegen die San Diego Padres
Nach einem halben Jahr in New York gönnte ich mir 2 Wochen Urlaub auf Menorca. Das Gegenteil von New York sozusagen, klein, ruhig, unberührt. Nur im Feiern stehen die Insulaner den New Yorkern in nichts nach. Beim Sant Joan Fest versammeln sich alle auf dem Markt, um einen großen Pogo mit Pferden zu veranstalten und dabei ordentlich zu bechern. Kaum zu glauben, dass die meisten am Ende ohne Verletzungen nach Hause gehen.
© Raketentim: Sant Joan Fest auf Menorca
Von Menorca aus ging es dann direkt nach Sydney, wo ich glücklicherweise auch wieder bei Freunden unterkam und mich nicht lange um ein Zimmer kümmern musste. Sydney war, anders als erwartet, sehr ruhig. Ich hatte eine geballte Großstadt erwartet, aber abgesehen vom Central Business District ist Sydney gar nicht so großstädtisch, wie ich es mir vorgestellt hatte. Sydney ist anders als New York, aber nicht weniger schön. Es scheint alles ein bisschen relaxter zu sein. Man redet auf Parties nicht von seiner Arbeit sondern vom Surfen, Emails werden selten so schnell wie möglich beantwortet, sondern so schnell wie nötig und man sucht sich nicht unbedingt ein Zimmer, das nah an der Arbeit ist, sondern eher nah am Strand. Klingt sympatisch. Ist es. Auch, wenn es manchmal genervt hat, dass die öffentlichen Verkehrsmittel ein bisschen langsam, die Wege meist weit und in den Büros vor 9 und nach 6 selten Menschen anzutreffen waren.
Ab dem Moment, wo man sich mit dieser Art zu leben anfreundet, genießt man sie. Auch in Sydney gibt es viel zu erleben, viele Parties, Galerien, Konzerte und andere kulturelle Events. Aber die Natur in Australien ist unvergleichbar. Neben der Fähre, die mich in die Innenstadt brachte, schwammen manchmal Delphine und am Strand von Manly konnte man bunte Papageien, kleine Pinguine und Kakadus sehen. Verglichen mit New Yorker Kakerlaken, Ratten und Tauben eine atemberaubende Abwechslung.
Ohne Auto ist man in Australien relativ aufgeschmissen. Zum Glück hatte ich Freunde, die mich an den Wochenenden mitgenommen haben, denn auch wenn es schon in Sydney viele Tiere zu sehen gibt, in den Gebieten um die Stadt gibt es noch mehr.
Die letzten Wochen habe ich fast ausschließlich damit verbracht, an meinen Surfskills zu arbeiten. Ich hab es leider trotzdem nicht über das Anfängerstadium hinaus geschafft. Aber ich bin angefixt und kann es nicht erwarten, wieder auf einem Mini Mal zu stehen.
Raketentim nach dem Surfen
Surfen bei Sonnenaufgang

Die Eukalyptusbäume in den Blue Mountains verdunsten Öl, deren Nebel einen blauen Schleier erzeugt
Ich habe 2008 natürlich nicht nur auf der faulen Haut gelegen und Urlaub gemacht. Neben verschiedenen Projekten in Deutschland, an denen ich weiter arbeiten konnte, hatte ich bei Firstborn in New York sowie Reactive in Sydney die Möglichkeit für große Klienten wie AT&T, FedEx oder Porsche mitzuarbeiten.
3D-Design für Firstborn – FedEx Microsite
3D-Design für Firstborn – The Bad Credit Hotel
Interface-Design für Firstborn – Porsche 911
Webdesign für Reactive – VB Top Ticket
In meiner Freizeit habe ich dieses Jahr auch wieder ein paar typografische Abstecher gemacht, die sogar an verschiedenen Stellen Erwähnung fanden. Besonders stolz bin ich auf Antje Dohmann’s Artikel in der PAGE sowie die Features bei I Love Typography und MAKE
Raketenfont erstellt mit Fontstruct
Pelican Uppercase Schaumstoff Buchstaben
MacG. Type Alphabet aus einem Multifunktionswerkzeug
Alles in Allem war 2008 ein tolles Jahr, in dem ich viel erlebt und gelernt habe. Ich war sehr frei, hatte viel Glück und obwohl ich mit all der Herumreiserei nicht gerade Boyfriend of the Year geworden bin, hat mich meine Freundin nicht verlassen (Danke!) sondern 2 mal viel investiert um mich ein paar Wochen zu sehen. Ich hoffe, 2009 knüpft an das vergangene Jahr an und hat ebenso viel zu bieten wie 2008. Wie es nun genau weitergeht, weiß ich selbst nicht so genau. Geografisch riecht es momentan ein bisschen nach Berlin oder New York und nach Praktikum und Freelancerei klingt eine Festanstellung auch mal recht verführerisch. Heute mache ich mir darüber erstmal keinen Kopf. Der muss frei bleiben, damit die ganzen Getränke rein passen.
Ich danke allen, die mir im vergangenen Jahr geholfen, mit mir getrunken und Spaß gehabt haben. Jedem, der dieses Blog (und vor allem diesen Artikel bis zu Ende) gelesen hat und mit Kommentaren – schriftlich oder verbal – dazu beigetragen hat, dass ich auch 2009 weiter schreiben werde. Feiert gut, Macht nix kaputt, was euch gehört. Wir sehen uns 2009.
1.
Guten Rutsch und ‚keep up the good work‘! :-)