Google Maps und Infografik

Google Maps ist eine mächtige, interaktive Informationsgrafik, die die Geografie und Infrastruktur unserer Erde – und auf Wunsch auch Informationen anderer Dienste wie Wikipedia oder Flickr verknüpft, Wahlberechtigten in den USA den Weg zum nächsten Wahllokal oder Deutschen die Fahrt von Ekel über Brechen nach Kotzen zeigt. Aber das ist erst der Anfang.


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Das allein finde ich schon sehr beeindruckend, wenn ich mir überlege, wie fasziniert ich noch vor 15 Jahren war, als mein Opa mit einem Stift-ähnlichen Gerät (kennt jemand den richtigen Namen?) auf seiner Landkarte entlang fuhr und danach die zurück gelegte Strecke im Maßstab ablesen konnte.

Dank offener API von Google und Minds vieler Programmierer und Designer kann man mit den Internet-Karten noch weit mehr anstellen, als Wege darzustellen und besonders im Bereich der Informationsvisualisierung wird der geografische Hintergrund in Kontext und Visualisierung immer vielfältiger einbezogen.

Marker


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In vielen Karten, wie dieser für Surfer, in der Hai-Sichtungen in Hawaii angezeigt werden, genügt es, spezielle Orte zu markieren um die Information zu vermitteln.

SitOrSquat zeigt öffentliche Toiletten

Andere Karten wie die recht bekannte Homicides and Crimes in New York City erhöhen den Informationsgehalt der Marker durch farbige Differenzierung. Der Service SitOrSquat, der einem hilft öffentliche Toiletten zu finden – besonders wertvoll auf Blackberry und iPhone – zeigt mit verschiedenfarbigen Markern an, ob die Toiletten gerade offen oder geschlossen sind.

Auch komplexe Zusammenhänge lassen sich mit Markern visualisieren. Diese Karte zu den Präsidentschafts-Vorwahlen in den USA beinhaltet neben der farblichen Unterscheidung der Kandidaten unterschiedlich große Marker um Verhältnisse zueinander aufzuzeigen.

Individuelle Marker

Viele Karten verwenden individuelle Marker, das mag zum einen daran liegen, dass die von Google (sicherlich beabsichtigt) nicht unbedingt die Krone der Schönheit sind, zum anderen aber auch daran, dass auf diese Weise mit kleinen Piktogrammen ein besserer Zusammenhang zur Information vermittelt werden kann.

HookupMaps nutzt Google Maps um Partner-Inserate zu lokalisieren

Bei der Google Maps-basierten Temporär-Partnersuche Hookup Maps (Vorsicht expliziter Inhalt, wirklich) haben die individuellen Marker nur einen geringen Mehrwert, da sie ohnehin nur eine Information enthalten: Potentieller Partner.


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Diese Karte zeigt, wo es in Südaustralien tödliche Verkehrsunfälle gab und mit welchem Verkehrsmittel, beziehungsweise – wenn es Fußgänger waren das Geschlecht. Je umfangreicher und unterschiedlicher die Informationen werden, die in einer Karte dargestellt werden, umso sinnvoller scheint es, entsprechend individuelle Marker zu verwenden. Was geht ab in Gotham City visualisiert in Echtzeit mit individuellen Markern, welche Zwischenfälle es zur Zeit in New York gibt und Weatherbonk ist ein Echtzeit-Wetterbericht, der überhaupt erst durch individuelle Marker möglich ist und wie Who is Sick generische Marker verwendet.

Flächen

NFL TV Distribution Maps

Bei Markern und Linien ist die Google Maps-Werkzeugkiste für Informationsdesigner aber noch lange nicht ausgelotet. Verschiedene Inhalte lassen sich besser mit Flächen als einzelnen oder verbundenen Punkten vermitteln. Die NFL TV Distribution Maps visualisieren, in welchen Bundesstaaten der USA welche Footballspiele übertragen werden. Die Karte Ramsar-områder markiert geschützte Feuchtgebiete mit Flächen.

Google Maps im Big Business

BMW Partner in Österreich

Sind wir ehrlich – die wirklich coolen und innovativen Maps werden hauptsächlich von irgendwelchen Nerds erstellt und bringen im Bestfall ein paar Donations oder Adsense Einnahmen. Aber auch die Großindustrie wie BMW entdeckt langsam Potential in den interaktiven Karten. Auch Tirol zeigt mit Google Maps, was man wo erleben kann. Beim Sonic Lighter, einer Anwendung von Smule, mit der man ein Feuerzeug auf seinem iPhone anzünden kann (besonders praktisch in der Winterzeit), ist die Google-Karte, die anzeigt, wo auf der Welt noch überall iPhone-Lichtlein brennen, ein wichtiger Bestandteil.

Storytelling

Auch wenn Storrytelling nicht direkt mit Infografik zu tun hat, enthält es doch einen Faktor, der beim Visualisieren von Informationen wertvoll sein kann. Zeit. Charles Cumming erzählt mit 21 Steps eine Geschichte, deren Handlung man auf der Karte verfolgen kann. Auf bhendrix kann man den Kurzfilm von Claude Lelouch, bei dem er einen Formel 1-Fahrer im Ferrari 275 GTB mit Kamera quer durch Paris rasen lies parallel auf einer Karte verfolgen.

Recht nah kommt das (Real Life-) Storytelling der Infografik wieder bei dieser Karte, die Barack Obama’s Lebensstationen zeigt. Sowas gibt’s natürlich auch für Joe Biden, John McCain und Sarah Palin. Allgemein ist die Google Maps Elections Gallery absolut sehenswert.

Kingsyles kann man nicht mit Gold aufwiegen

onNYTurf bietet detaillierte Informationen zum öffentlichen Verkehr in New York

Weit ab vom bloßen Setzen von Markern gibt es komplexe Google Maps Mashups. An der Bedienfreundlichkeit von onNYTurf können sich die Verkehrsbetriebe vieler Städte ein Beispiel nehmen. Der Service bietet nicht nur eine leicht zu bedienende, interaktive Karte des öffentlichen Verkehrsnetzes von New York sondern gibt den Nutzern auf dieser auch detaillierte Informationen über die Haltestellen und Umsteigemöglichkeiten.

Swisstrains

Ein anderer Service, der Daten der öffentlichen Personenbeförderung visualisiert ist Swisstrains. Im Moment zeigt die Karte die aktuelle Position der Schweizer Züge noch auf Basis der Fahrpläne an. Bald sollen dazu die GPS-Daten der Züge verwendet werden um noch genauere Daten zu liefern.

Twittervision

Twittervision erinnert stark an Flickrvision und zeigt in Echtzeit an, wer gerade was und vor allem wo twittert.

Der Crimmitschauer Bahnhof bei WikiMapia

WikiMapia ist ein Social Maps Service, in dem fast 9 Millionen Plätze auf der Welt markiert und beschrieben sind und den man auch mit Google Earth nutzen kann.

Karten bauen

Prevalence of Bike Commuters von kyamazaki auf Maker!

Es gibt viele Tools, die dabei helfen sollen, individuelle Karten zu erstellen. Während Services wie Wayfaring, Map Builder und Umapper aber recht begrenzt im Umfang sind, dürfte Maker! von Fortius One für Information-Designer ein interessantes Tool sein, mit dem sich beeindruckende und ästhetische Informationsgrafiken mit Hilfe von Google- oder Yahoo!-Maps erstellen lassen. Fortius One haben schon vor 2 Jahren auf ihrem Blog Heatmaps für Google Maps vorgestellt. Maker! kann aber mit ansprechender Visualität und Tools wie Layern oder dem Histogramm, mit dessen Hilfe man angezeigte Daten spezifizieren kann, weitaus mehr.

Restlinks

Wie immer bei längeren Beiträgen gibt es Links die übrig sind, weil sie nirgends so richtig rein gepasst haben. Damit die nicht alle unter den Tisch fallen gibt es hier noch die 3 sehenswertesten Restlinks.

Mit Panedia kann man sich Panoramas von verschiedenen Teilen Australien anschauen.

ProjeKCts hat für das Titelbild hergehalten und zeigt, wie mit Google Earth und Panoramio Density Maps erstellt werden können.

Wenn es ein neues, gutes Maps-Mashup gibt, dann stehen die Chancen gut, dass man es auf Google Maps Mania findet.

raketentim, 10. November 2008
Ab jetzt ohne Werbung.

2 Kommentare zu “Google Maps und Infografik”

    1.

  1. jAnsen meint:

    gut, daß bei den screenshots neben ny und washington auch die railroad station crimmitschau platz gefunden hat! ;)

    AntwortenAntworten
  2. 2.

  3. kristin meint:

    Beeindruckend was GoogleMaps alles kann… und was es alles schon gibt. mit maker! werd ich mich bestimmt noch länger beschäftigen.

    AntwortenAntworten

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