Auch Formeln wollen hübsch sein

Typografen sind oftmals die Geeks der Designszene. Sie verwenden Begriffe, die man schonmal irgendwo gehört, aber nie genug Interesse entwickelt hatte, nachzuschlagen, was sie bedeuten. Sie erkennen Produkte im Supermarkt nicht an ihrem Namen, sondern an der Schrift, die dafür verwendet wurde und sie schauen, ob man das richtige Apostroph verwendet hat, bevor sie Interesse für den Inhalt des Geschriebenen aufbringen. In der Regel haben Typografen aber nicht viel mit Algebra zu tun. Und Algebra sieht man noch seltener in dem Viertel, wo die Typografie wohnt, denn auch wenn die Grundlagen der Ästhetik oft auf mathematischen Formeln basieren, so war es doch meist ziemlich egal, in welcher äußeren Form diese daher kamen, vor allem den Mathematikern, die sie aufschreiben. Und so waren Formeln bisher die hässlichen Entlein des Schriftgebrauchs. Haiku Monkey hat nun versucht, ihnen ein kleines Schwanenkleid zu nähen und auf Basis der Opensource-Schrift Gentium einen Font namens Geekium entwickelt, der Zeichen speziell für die Darstellung von Kategorientheorie, Notation und Logik enthält und dann sehr viel Zeit ins Kerning gesteckt. Den Truetype-Font gibts kostenlos zum Download. Ob`s die Zielgruppe interessiert, bleibt vorerst ungeklärt, ich würde allerdings sehr gern die Typogeeks kennenlernen, die mir Hurenkinder von kontravarianten Funktoren vorstellen.

geekum.gif

Teil der Geekium-Schriftzeichen
raketentim, 03. März 2008
Ab jetzt ohne Werbung.

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