Tommy Hilfiger ist jetzt Streetart

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Tommy Hilfiger Denim versucht`s mit Streetart-Image

Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen. Zahncreme und Orangensaft, Playmobil und Lego, Tommy Hilfiger und Streetart. Und eigentlich sollte das doch gerade die Bekleidungsindustrie wissen – wenn du nicht reinpasst, dann zieh es nicht an! Bei Tommy Hilfiger Denim hat man offensichtlich länger nicht mehr in den Spiegel geschaut und ist nun der Meinung, mit dem Werbekonzept für die Herbstkollektion auf den Streetart-Zug aufspringen zu müssen.

Laut „Das neue Schwarzbuch Markenfirmen“ von Klaus Werner und Hans Weiss

lockten etablierte Unternehmen wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und Donna Karan mindestens 25.000 Näherinnen aus Thailand, China und den Philippinen unter falschen Versprechungen nach Saipan, um sie dort unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen Kleidungsstücke nähen zu lassen.

Die Insel im Pazifik wurde für diese Zwecke gezielt ausgewählt: als Protektorat der USA bietet sie den Vorteil, dass alles was dort hergestellt wird den Aufdruck „Made in USA“ tragen darf, was verkaufsfördernd ist und den Firmen Einfuhrzölle in die USA erspart.

Die Frauen, die dort arbeiteten, mussten sich Hormontests zum Ausschluss einer Schwangerschaft unterziehen, notfalls eine Abtreibung über sich ergehen lassen.

(Quelle)

Dennoch glaubt man bei Tommy Hilfiger offenbar, sich mit einer oft gesellschaftskritischen Kunstrichtung identifizieren zu können, und bedient sich visuell bei Vertretern wie Banksy.

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links: Smiley Cops von Banksy, rechts: Adaption von Tommy Hilfiger Denim

Davon abgesehen, verbinde ich Tommy Hilfiger nicht ansatzweise mit Straßenkunst, sondern mit aufgestellten Polokragen. Vielleicht täusche ich mich, aber ich glaube, die potentielle Zielgruppe wählt bei Streetart eher die Grafitti Removal Hotline, als die Nummer des Bekleidungsfachgeschäftes ihres Vertrauens. Daran ändert auch die Denim-Linie nichts.

raketentim, 17. September 2007
Ab jetzt ohne Werbung.

6 Kommentare zu “Tommy Hilfiger ist jetzt Streetart”

    1.

  1. vro meint:

    Ja ich hab das mit der streetartwerbung auch schon gesehn und mir von anfang an gedacht, dass da was dran verkehrt is. Ich verbinde Tommy Hilfiger auch eher mit hochgestellten polokrägen und einer linie, die eher für „sophisticated people“ gemacht ist als für liebhaber der streetart.

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  2. 2.

  3. madmar meint:

    tja, das is schon so ne sache mit der streetart und der werbung und der bekleidungsindustrie und der ehtik … und der frage ob man als streetadler nike schuhe tragen darf. oder für nike werbung machen. oder ob nike, tommy hilfiger oder wer auch immer mit streetart werbung machen darf.

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  4. 3.

  5. michsen meint:

    na ich sag mal ohne deine nikes wären dir streetadler ganz schön die flügel gestutzt

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  6. 4.

  7. Jane meint:

    naja, ich find den umgedrehten spieß, nämlich das rumgehure der hiphop-bzw. musikszene allgemein mit diversen markenherstellern, eigentlich fast noch ätzender. 2 us-studenten haben sich dazu auch ein nettes spielzeug ausgedacht: http://www.ni9e.com/

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  8. 5.

  9. raketentim meint:

    Naja Streetart hat ja nicht zwangsläufig mit Musik zu tun, und vor allem nicht mit Hip Hop. Auch wenn sich die Hip Hop-Gemeinde gern mit Grafitti identifiziert, ist ein Großteil der politisch motivierten Streetart eher auf die linke Szene zurückzuführen.

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  10. 6.

  11. Stefan meint:

    Nein, StreetArt = Graffiti = eine der 4 Säulen des HipHops. So dogmatisch und einfach muss man das sehen. ;)

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